Empathisches Zuhören

Zuhören - ein längst vergessenes Gut

  

"Was ich in meinem Leben will, ist Einfühlsamkeit, ein Fluss zwischen mir und anderen, 

der auf gegenseitigem Geben von Herzen beruht."

Marshall B. Rosenberg


Marshall B. Rosenberg ging davon aus, dass jede Antwort bzw. die Lösung unseres Problems bereits in uns liegt und dass wir wieder Zugang zu dieser Antwort/Lösung bekommen, wenn uns jemand empathisch zuhört. 

Wenn in der Gewaltfreien Kommunikation vom empathischen Zuhören gesprochen wird, ist damit gemeint, dass ich als Zuhörende/r mit meiner ganzen Aufmerksamkeit bei meinem Gegenüber bin. Auf Wunsch biete ich Gefühle und Bedürfnisse an, wiederhole, was ich gehört habe - und helfe meinem Gegenüber dadurch, wieder mit sich selbst in Kontakt zu kommen.

Werden wir empathisch begleitet, haben wir die Möglichkeit herauszufinden, um was es uns wirklich geht - was unsere Bedürfnisse sind, die bereits erfüllt sind und solche, die sich noch Erfüllung wünschen.




Zeit für Dich

Schenke dir 90 Min. Empathie

Nach meiner Erfahrung braucht dieses empathische und achtsame Zuhören Zeit.

Diese Zeit möchte ich dir gerne zur Verfügung stellen.

Wenn wir ohne Zeitdruck gehört werden, haben wir Gelegenheit immer tiefer in das, was uns wirklich im Inneren bewegt, einzutauchen. Gefühle brauchen Zeit und Raum, sie richten sich nicht nach der Uhr - und das ist gut so. Unsere Gefühle sind Anzeiger für unsere Bedürfnisse. Je mehr Zeit wir haben und umso entspannter wir sind, desto tiefer können wir eintauchen.

Daher biete ich für das Empathische Zuhören einen Zeitraum von mind. 90 Minuten an. 



Wer Lust hat noch mehr über Empathie zu erfahren:


Ein kleines Senftöpfchen oder... was Empathie nicht ist

Mein Großvater sagt immer mit einem Lächeln: „Ratschläge sind Schläge“. Als ich noch jünger war, wusste ich nie wirklich, was er damit meinte. Was ich aber wusste, war, dass er meine liebste Ansprechperson war, wenn es darum ging, emotionale Herausforderungen zu bewältigen. Viele Jahre später, auf meinem ersten Seminar für Gewaltfreie Kommunikation, erhielt ich einen erhellenden Blick auf den Ausspruch meines Großvaters: Unsere Seminarleiterin stellte ein kleines Töpfchen vor uns hin, das die Aufschrift „SENF“ trug. In diesem Senftöpfchen steckten einige Zettel mit folgenden Aufschriften:

 

-         Ratschläge

-         Beschwichtigungen/Trösten

-         Analysen/Diagnosen

-         Interpretationen

-         Verallgemeinerungen

-         Die eigene Geschichte

-         Sympathie/Bemitleiden

 

Du kennst das ganz sicher auch, dass sich dann so ein Unbehagen in dir ausbreitet. Das kann sich in Form von Enge, Fluchtimpuls, Wut, Genervtheit, Einsamkeit und vielen anderen Empfindungen zeigen; je nachdem wie du so „konfiguriert“ bist. Brené Brown beispielsweise sagt, dass das, was uns in diesem Moment fehlt, die Verbindung ist – die Verbindung zweier Herzen; zweier Menschen, die in sich selbst mit dem selben Gefühl verbunden sind.


Die Magie der Empathie - Ein Beispiel aus dem Leben

Sehr eindrücklich zeigte mir dies eine Situation mit meiner Schwester: (Ich habe sie um Erlaubnis gefragt, das hier mit dir teilen zu dürfen)

Vor einigen Jahren klingelte abends das Telefon. Mein damaliger Freund und ich saßen bereits auf der Couch und wollten den Abend ausklingen lassen. Es war meine Schwester. Sie war verzweifelt, ziemlich geladen und ich ziemlich erschöpft. Wie so oft fiel es mir schwer, zu sagen: Hey, ich kann gerade nicht. Ich bin selbst ziemlich kaputt gerade. Stattdessen begann ich halbherzig das Gespräch. Sie erzählte mir von einem Problem, was ihr immer wiederkehrend begegnete, und für mich war es ein bisschen wie „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Für mich war vollkommen klar wo das Problem war (meinem Ego war das klar) und so erzählte ich ihr, wie die Zusammenhänge waren, was ihre Muster waren und warum sie immer wieder die gleichen Erfahrungen machte und was sie an ihrem Verhalten alles ändern könnte.

Ich muss vermutlich nicht erwähnen, dass das ziemlich uncool ankam. Nach 30 Minuten Telefonat (in dem vor allem ich geredet hatte) war meine Schwester noch verzweifelter als vorher, weinte bitterlich, hatte körperliche Symptome vor lauter Stress und wollte das Gespräch mit mir beenden. Erst in diesem Moment realisierte ich, dass ich überhaupt nicht hilfreich gewesen war und sogar noch dazu beigetragen hatte, dass ihr Stress und ihr Leid nur noch größer wurden. Ich setzte mich gerade hin, holte einmal tief Luft und fokussierte mich auf sie. Ich verband mich mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen und versuchte wirklich in meinem Inneren nachzuvollziehen, was ihr gerade widerfuhr. Noch weitere 30 Minuten hörte ich ihr zu, doch diesmal empathisch, ohne meinen Senf dazuzugeben. Was dann geschah, war für mich magisch. Sie kam zurück zu mir, antwortete mir auf meine angebotenen Gefühle und Bedürfnisse, ging wellenartig durch diverse Gefühle und Emotionen hindurch, um schließlich mit der Erkenntnis zu enden: Ich werde jetzt mein eigenes Ding machen. Wow.

Erst da verstand ich, was es hieß empathisch zuzuhören. Ich tat nichts weiter als ihr einen Raum zu geben, in dem sie sich ausdrücken konnte; es war, als wäre sie auf einer Welle getragen worden, immer tiefer in ihre eigene Wahrheit hinein – und schlussendlich fand sie ihre Lösung, ohne dass ich auch nur einen einzigen Lösungsvorschlag gemacht hatte. Zudem schenkte uns die Empathie Verbindung. Was vorher durch den Kopf getrennt war, war nun durch das Herz wieder verbunden. 


Auf der Welle mitsurfen

Meine Schwester beschreibt das Erlebte wie folgt: 

„Ich war nur noch überfordert und wollte unbedingt aufhören mit dem Telefonat. Ich war wütend, fühlte mich unverstanden und einsam. Dann sagte Christina genau das: Dass ich mich gerade komplett unverstanden und einsam fühlte und vermutlich ziemlich ärgerlich darüber war, dass ich nicht das ausdrücken konnte, was ich wollte. Ich bejahte. Und ohne, dass ich es merkte, fühlte es sich an, als wäre sie mit in mein Boot gestiegen und wäre mit mir auf dem Meer der Gefühle und Emotionen gefahren. Und irgendwann wusste ich einfach, was zu tun war."

Meine Schwester hat Empathie ziemlich genau auf den Punkt gebracht:

Ich bin in IHR Boot gestiegen und auf dem Meer IHRER Gefühle und Bedürfnisse mitgefahren. Schöner hätte ich es jetzt auch nicht sagen können :)

Wenn du das Gefühl hast, dass dir das auch helfen kann, dann melde dich gerne bei mir.

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